23.04.2010 - Arbeiten > Politik / Gesellschaft / Zeitgeschichte > Texte

Das Geschäft mit der Angst – Wie der Turbokapitalismus unsere Gesellschaft verändert

In den jungen Jahren der Bonner Republik hatte sich insbesondere die SPD eine „menschenwürdige Gesellschaft, frei von Not und Furcht“ als Vision auf ihre Fahnen geschrieben, wie es in ihrem „Godesberger Programm“ von 1959 heißt. 50 Jahre später wünschen sie die Deutschen noch immer mehrheitlich eine „Sozialgesellschaft“, in der „ihr Staat sie vor Not, Armut und Arbeitslosigkeitschützt und sozial absichert“ (Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen, 2.04.2009). Doch das Projekt einer Gesellschaft ohne Angst scheint sich heute in das Gegenteil verkehrt zu haben: Freies, unerschrockenes Menschentum, wie es Teil der modernen Freiheitsbewegung und -geschichte in Europa seit dem 18. Jahrhundert war, befindet sich auf dem Rückzug in unserer Gesellschaft.

Der Schlüsselbegriff dazu ist Angst, worunter ich die Abwesenheit von Freiheit verstehe. Die äußeren rechtlichen Freiheiten waren noch nie so groß in der Geschichte der Zivilisation wie heute. Um so erstaunlicher ist es, festzustellen, dass unsere innere Freiheit, vorhandene Spielräume mutig zu nutzen, kleiner geworden ist. „Der Mensch ist frei geboren – und überall liegt er in Ketten“, so geißelte im 18. Jahrhundert der Denker Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) den absolutistischen Ständestaat.

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